Sie sah nicht gut aus, die Wettervorhersage für diese West-Ost 2015 am Schweizer Nationalfeiertag: Leichte Winde und höchstens gegen Abend ein bisschen Regen und damit auch etwas mehr Bewegung in der Luft.

Nun gut, der Abend war herrlich, man konnte lange draußen sitzen, die vorhandenen Getränke genießen und hoffen, dass es doch nicht ganz so schlecht wird wie befürchtet. Und die Hoffnung ging in Erfüllung: Pünktlich zur Vorstartphase am Samstag (kurz vor 7 Uhr, dieser Zeitpunkt ist und bleibt ein Ärgernis) setzte ein kräftiger Wind ein, der uns mit 0 Sekunden Verzögerung über die Startlinie vor Bottighofen trieb.

Nach einer Halse und etwas Schwierigkeiten beim Spi-Setzen (der kommt halt üblicherweise auf Backbord rauf und ist auch so zusammengelegt) ging die Post ab – wir segelten kerzengerade in Richtung Ziel, meistens mit Rumpfgeschwindigkeit (7 kn) oder noch etwas höher. Und weil das so war, verstanden wir auch nicht ganz, weshalb einige Konkurrenten schon früh in Richtung Schweizer Ufer abbogen – noch schneller konnte es ja wirklich nicht gehen.

Denkste: Zwischen Immenstaad und Langenargen kam uns die Mäx aus Richtung Seemitte immer näher, war schließlich direkt hinter uns, luvte uns etliche Male an und zwang uns zu entsprechenden Verteidigungsmanövern, ehe sie dann wieder in Richtung Schweizer Ufer (diesmal schon zwischen Rorschach und Altenrhein) abbog oder besser weitersegelte, während wir Kurs auf Lindau hielten.

Die Überlegung war klar: Wenn wir mitgehen, halten wir vielleicht die Mäx, aber auch das ist nicht sicher, weil unsere Besegelung mittlerweile doch schon einige Jährchen am Buckel hat und speziell bei leichtem Wind kaum mehr mit der Konkurrenz mithält. Andererseits könnten uns am deutschen Ufer noch andere Konkurrenten durchrutschen, sodass wir uns für das Halten der Linie entschieden.

War ein Fehler, wissen wir inzwischen auch. Die Konkurrenz war nämlich auf der Schweizer Seite, und dort ging es offensichtlich schneller vorwärts als vor Kressbronn und Wasserburg. Als wir nämlich endlich vor Bregenz eintrafen, fanden wir uns neben der Xeryus wieder, die Mäx war längst über alle Wellen (und lief knapp vor der Equis und rund 25 Minuten vor uns im Ziel ein – die Equis hatten wir seit dem Start kein einziges Mal wahrgenommen...).

Jetzt begann noch das lustige Spiel vor dem Bregenzer Ziel: Spi rauf, Spi runter, Segel nach Backbord, Segel nach Steuerbord, Wind von vorne, hinten links und rechts, kein Wind von Nirgendwo etc. Und als wir schon dachten, wir hätten die richtige Entscheidung getroffen (Spi bergen, mit Genua in Richtung Ziel), da bekam die Xeryus plötzlich einen Schub, rauschte unter Spi vorbei, blieb zwar vor dem Ziel noch mal hängen, überquerte die Linie aber mit exakt 7 Sekunden Vorsprung.

Nun denn – wir waren wieder 4. wie schon bei der Rundum, aber mit immerhin einem Trost: Wetten, dass auf unserem Schiff der älteste Steuermann des Feldes saß! Und außerdem hatten wir ja eine Crew an Bord, die noch nie gemeinsam segelte – aber das spielte diesmal die geringste Rolle.

Markus Barnay (anna katharina 2)

 

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