Acht X-99 traten zur diesjährigen Rund Um von Lindau über Romanshorn und Eichhorn nach Überlingen und zurück an, sieben davon kamen ins Ziel, und der Sieger hieß wie schon 2015 EQUIS (GER 424) mit Steuermann Felix Schrimper und seiner jungen Crew vom Schüler-Segel-Club Konstanz.

Wie man auf der Aufzeichnung des Live-Trackers (TracTrac Rund Um 2016) sehen kann, setzte sich die EQUIS nach gutem Start schon bald nach Passieren der Rheinmündung an die Spitze des X-99-Feldes, dicht gefolgt von der IGS (GER 454). Unsichtbar bleibt dabei Uli Diems Pfeil 2 (AUT 361), der ohne Tracker fuhr und zu diesem Zeitpunkt zumindest gleichauf mit den beiden deutschen Schiffen war.

Unserer annakatharina 2 (AUT 571) gelang es währenddessen, den Rückstand vom Start (wir hatten den Frühstart der größeren Schiffe rund um uns nicht rechtzeitig vorausgesehen und starteren deshalb im Schatten von mindestens zehn Schiffen, die beim Schuss längst die Linie passiert hatten) kontinuierlich wettzumachen und die Tonne Romanshorn hinter EQUIS und (dem unsichtbaren) Pfeil 2 ziemlich genau um 22:00h als dritte X-99 zu passieren.

Apropos Start: Statt des angekündigten Nordwestwinds bei trockenem Wetter empfing uns am Start Regen und Südwind, was einen Start mit Steuerbordschoten erzwang und vor allem einen Großteil des Feldes veranlasste, sich nahe der Luvtonne auf der österreichischen Seite der Startlinie auf den Weg zu machen.

Zwischen Romanshorn und Konstanz schlief etwa auf der Hälfte der Strecke der Wind ein. Und während die EQUIS vorne davonzog, überholte uns die IGS (GER 454), die ein kleines Stück weiter in der Seemitte unterwegs war – und kam mit gewaltigem Vorsprung zur Tonne am Eichhorn. Dort trafen wir auf Pfeil 2 (AUT 361), der noch etwas weiter ausgeholt hatte – und dabei verlor. Dass gleichzeitig die Moorea (GER 389) mit einem noch radikaleren Schlag Richtung Meersburg Boden gut machte und kurz vor uns die Tonne am Eichhorn passierte, zeigt, dass in diesem Bereich auch Glück und Pech eine größere Rolle spielten.

Der Überlinger See machte seinem Ruf als mühsamstem Teil der Rund Um mal wieder alle Ehre – und sorgte auch für einige Verschiebungen in der Reihung der X-99: Zunächst konnten wir im direkten Duell Pfeil 2 überholen, dann auch noch Moorea, und schließlich schlossen wir zur IGS auf. Doch im Gewusel kurz vor der Tonne verloren wir die beiden wieder – und passierten Überlingen glatte 10 Minuten später. Dass wir diese Wendemarke ohne Schäden und Proteste überstanden haben, verdanken wir unserem Dirigenten Jürgen G., der uns im Sekundentakt die richtigen Manöver ansagte, ging es doch rund um die Tonne zu wie im Stoßverkehr in Istanbul, Bangkok oder Neapel – mit dem Unterschied, dass dort nicht alle in unterschiedliche Richtungen fahren.

Auf dem Weg zurück bewegten wir uns wenigstens einigermaßen vorwärts, sodass morgens um 4:30h vor Meersburg fast alle X-99 wieder nah beieinander waren – mit Ausnahme der IGS (GER 454), die in der Mitte des Sees an allen anderen vorbeizog und vor Immenstaad schon einen deutlichen Vorsprung vor EQUIS, Moorea, KiRiBATi (AUT 397) und uns herausgefahren hatte.

Bis Langenargen hatte die EQUIS die IGS beinahe eingeholt, während wir mit einem riskanten Kurs durch die Friedrichshafner Bucht zunächst Terrain gegenüber Moorea und KiRiBATi verloren, zuletzt aber wieder aufholten. Von da an erwies sich unsere Taktik als absolut richtig: Wir überholten zunächst Moorea und bald darauf KiRiBATi, die wir dann – mit vielen Halsen im leichten Westwind – bis ins Ziel in Schach hielten.

Vorne zeigte sich, dass EQUIS-Skipper Felix Schrimper 2014 nicht zu unrecht deutscher Vizemeister im Match-Race wurde – er rang die IGS im Zweikampf nieder und erreichte 40 Sekunden früher das Ziel, wir folgten 15 Minuten später mit 2-minütigem Vorsprung auf KiRiBATi. Mit einiger Verspätung kamen Moorea, Pfeil 2 und Xpresso (GER 365) ins Ziel (Pfeil 2 hatte mit einem Verzweiflungsschlag über das Schweizer Ufer viel riskiert und am Schluss nichts gewonnen), während die Gemma-X wegen Durchnässung des Steuermannes schon zwischen Romanshorn und Konstanz wohl aufgegeben hatte und heimgekehrt war.

Fazit: Das Wetter war komplett anders als vorhergesagt (Dauerregen und meistens recht guter Wind an Stelle von Trockenheit, wenig Wind und vereinzelten Gewittern), die Unwägbarkeiten etwas geringer als sonst, aber immer noch groß genug, um das Glück mitspielen zu lassen, und so waren wir mit dem dritten Platz am Schluss durchaus zufrieden. Und eines kann uns ohnehin niemand nehmen: Wir hatten mit Beato (Jg. 1930) garantiert den ältesten Steuermann des ganzen Feldes an Bord, der zudem über 16 Stunden lang fast durchgehend an der Pinne saß! Das macht ihm so schnell ohnehin niemand nach…

Markus Barnay (annakatharina 2)

 

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